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Das Datum einer Show steht Monate im Voraus fest; über die Uhrzeit wird meist erst in den letzten Wochen gesprochen. Dabei entscheidet die Uhrzeit ebenso viel wie die Effektliste. Dasselbe Programm ergibt bei Sonnenuntergang und in völliger Dunkelheit zwei verschiedene Shows — gleiches Material, gleiche Choreografie, ein völlig anderes Ergebnis. In der Pyrotechnik ist Dunkelheit kein Hintergrund; sie ist das Material, aus dem die Gestaltung gemacht ist.

Dunkelheit ist Material, nicht Hintergrund

Das Auge liest einen pyrotechnischen Effekt über eine einzige Größe: Kontrast. Die Helligkeit des Effekts ist konstant, veränderlich ist der Himmel. Je tiefer der Himmel wird, desto satter wird die Farbe, desto klarer trennen sich feine Linien, und der Moment, in dem ein Funke erlischt, wird sichtbar. Vor einem hellen Himmel liest sich von demselben Effekt nur der heißeste Kern; Schweife, Verästelungen und das Ausklingen werden ausgelöscht. Deshalb ist die Wahl der Uhrzeit keine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine Entscheidung über die Auflösung der Gestaltung.

Die vier Fenster eines Abends

Welcher Effekt sich in welchem Licht liest

Effektfamilien reagieren nicht gleich auf Licht. Sehr helle Silber- und Titanarbeiten, Fontänen und Kaltfunken halten sich selbst dann, wenn der Himmel noch hell ist — deshalb bilden sie das Rückgrat jedes frühen Programms. Tiefe Rot-, Violett- und Blautöne sind die empfindlichste Familie; in der Dämmerung wirken sie ausgewaschen und erst in völliger Dunkelheit erreichen sie ihre eindrucksvollste Form. Weit brechende Feuerwerk-Effektarten wie Peony und Chrysantheme werden über ihre Schweife gelesen, und ein Schweif braucht einen dunklen Himmel, um überhaupt gesehen zu werden. Die praktische Folge: Ein früher Slot verlangt ein Programm, das auf Helligkeit gebaut ist, ein später Slot trägt ein Programm, das auf Farbe und Detail gebaut ist.

Bei einer Drohnenshow ist die Lichtschwelle strenger

Pyrotechnik wird vor einem hellen Himmel schwächer, existiert aber weiterhin. Für eine Drohnen-Lichtshow ist die Schwelle weit schärfer: Jede Drohne ist ein einzelner Lichtpunkt am Himmel, und die Figur entsteht allein aus dem Unterschied zwischen diesen Punkten und dem Hintergrund. Ist der Himmel nicht dunkel genug, verbinden sich die Punkte nicht, Schriftzüge sind nicht lesbar und Übergänge verschwinden. In Hybridprogrammen ergibt sich die Reihenfolge deshalb meist von selbst: pyrotechnische Eröffnung in der Dämmerung, der Drohnenakt nach Einbruch der Dunkelheit. Zwei Technologien können denselben Abend teilen, ohne dieselbe Stunde teilen zu müssen.

Drei Messungen bestimmen die Uhrzeit: Kalender, Ausrichtung, Ablaufplan

Die erste Messung ist der Kalender: An Sommerabenden kommt die Dunkelheit spät, im Winter früh. Dieselbe Uhrzeit ist im Juni Dämmerung und im Dezember tiefe Nacht. Die zweite ist die Ausrichtung der Location: Eine nach Westen gerichtete Terrasse setzt den Sonnenuntergang hinter die Bühne und zwingt den Effekt, gegen einen hellen Himmel zu zünden, während eine nach Osten gerichtete Küste die Dunkelheit weit früher erreicht. Die dritte ist der Ablaufplan selbst — Dinnerservice, Reden, der erste Tanz und welchem davon die Show folgen soll. Bei der Planung eines Hochzeitsfeuerwerks findet sich die Uhrzeit fast immer im Schnittpunkt dieser drei.

In der Praxis ist die Uhrzeit ein Kompromiss

Die technisch beste Stunde ist nicht immer die machbare. Die Rücksichtnahme der Location auf ihre Nachbarschaft, der Abendrhythmus der Gästeliste, Anfahrt und Heimweg, das Auf- und Abbaufenster des Teams — all das liegt auf dem Tisch. Die Planung, die im Vorfeld mit der Leitung der Location und den zuständigen Stellen geführt wird, steckt den endgültigen Rahmen meist von Anfang an ab. In einer guten Produktion ist diese Einschränkung kein Verlust, sondern eine Vorgabe: Steht die Uhrzeit fest, wird das Programm um sie herum neu geschrieben. Nicht die Uhrzeit wird dem Programm angepasst, sondern das Programm der Uhrzeit.

Eine Show zu gestalten heißt, nicht nur zu wählen, was gezündet wird, sondern auch, in welchen Himmel hinein. Die richtige Uhrzeit ist jene Gestaltungsentscheidung, die niemand bemerkt und jeder spürt.

Lassen Sie uns die richtige Showzeit für Ihre Veranstaltung finden

Showzeit-FAQ

Was ist die beste Uhrzeit für ein Feuerwerk?

Technisch die völlige Dunkelheit: Farbtrennung, feine Effekte und langsames Ausklingen lesen sich nur dort vollständig. Soll aber die Aussicht der Location im Bild bleiben, ist die blaue Stunde meist das ausgewogenste Fenster — der Himmel ist noch sichtbar, während der Effekt bereits wirklich leuchtet.

Kann ein Feuerwerk bei Sonnenuntergang gezündet werden?

Ja, aber das Programm ändert sich. Tiefe Rot-, Violett- und Blautöne wirken vor einem hellen Himmel ausgewaschen, deshalb werden frühe Shows stattdessen auf sehr helle Effekte gebaut: Silber- und Titanarbeiten, Fontänen und Kaltfunken.

Lässt sich eine Drohnen-Lichtshow zur selben Uhrzeit spielen?

Die Lichtschwelle für Drohnen ist strenger: Jede Drohne ist ein einzelner Lichtpunkt, und die Figur entsteht allein aus dem Unterschied zwischen diesen Punkten und dem Hintergrund. Ist der Himmel nicht dunkel genug, sind Schriftzüge nicht lesbar. Hybridprogramme setzen deshalb Pyrotechnik in die Dämmerung und den Drohnenakt nach Einbruch der Dunkelheit.